Bevor um 20.15 Uhr die GNTM-Finalistinnen über den Laufsteg schweben, versammelten sich in München Aktivistinnen. Mit halbnackten Körpern wollen sie ein Zeichen setzen.

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Kurz vor dem Finale von „Germany’s next Topmodel“ haben einige Aktivistinnen halbnackt vor der ProSieben-Zentrale gegen die Show demonstriert. Auf einem Banner haben sie ihre Forderungen gestellt.

„Auch mit normalen Körpern kann man vor der Kamera stehen“

„Wir sind eine kleine Gruppe von Frauen, die mit ihrem eigenen Körper zeigen wollen, dass das von ‚Germany’s next Topmodel‘ propagierte Ideal von weiblichen Körpernormen nicht zutrifft“, sagte die 24 Jahre alte Versammlungsleiterin Eva Brunner am Donnerstag in Unterföhring bei München. „Auch mit normalen und weiblichen Körpern kann man vor der Kamera stehen und sich in der Gesellschaft zeigen.“

Das Finale von GNTM sorgt in München für Furore. (Quelle: Matthias Balk/dpa)

Die Gruppe setzt sich Brunners Angaben zufolge zusammen aus Aktivistinnen des Augsburger Klimacamps. Sie bemängeln, dass die aktuelle Staffel von Heidi Klums Castingshow, dessen Finale am Donnerstagabend auf dem ProSieben-Programm stand, sich nur vordergründig der „Diversity“, also Vielfalt, verschrieben habe, weil die Konzentration auf „dünne, weiße Personen“ nicht mehr dem Zeitgeist entspreche.

„Wir schreien alle nach Diversity“

In diesem Jahr stehen Frauen im GNTM-Finale, die man dort vor einigen Jahren noch nicht gefunden hätte: Mit Dascha ist zum ersten Mal ein sogenanntes Curvy-Model dabei, das mehr Körperkurven hat als herkömmliche Models. Romina ist mit einer Größe von unter 1,70 Metern eigentlich zu klein für das Geschäft, bei Alex stand mal „männlich“ in der Geburtsurkunde und Soulin kam erst vor fünf Jahren nach Deutschland, nachdem sie vor dem Krieg aus Syrien geflohen war. „Wir schreien alle nach Diversity“, sagte Dascha dazu.

Die Finalistinnen der neuesten GNTM-Staffel: Alex, Romina, Soulin und Dascha. (Quelle: Marc Rehbeck / ProSieben)

„Der Subtext dabei ist, dass dieser Körper nicht normal ist“, kritisierte Brunner dagegen vor allem in Bezug auf Dascha. Die ehemaligen Kandidatinnen Fata Hasanovic und Fiona Erdmann haben dem Magerwahn nach ihrer Teilnahme abgeschworen. Dass nun erstmals ein Curvy-Model im Finale steht, sei nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

„Es muss noch viel passieren“

„Es wird noch immer viel zu oft eine falsche Idealvorstellung vermittelt – allgemein von dieser Branche. Es sollte noch viel mehr Leute geben, die zeigen, dass es unterschiedliche Körper gibt“, so Fiona im Interview mit t-online. Auch Fata Hasanovix stellt im Gespräch klar: „Es muss noch viel passieren zum Thema Diversity.“

Ob Dascha aber auch den Titel „Germany’s next Topmodel“ holen wird, entscheidet sich erst heute Abend. Um 20.15 Uhr läuft auf ProSieben das große Finale. Dann kürt Heidi Klum ihre nächste Siegerin.



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