Selbstbewusst und mutig stellten sich zwei Gründer in der „Höhle der Löwen“ den Investoren. Sie pokerten hoch und handelten sogar Carsten Maschmeyer herunter. Am Ende kam der Deal mit der Reise-App Lambus trotzdem nicht zustande. 

Anja Niehoff und Hans Knöchel präsentierten in der jüngsten „Die Höhle der Löwen“-Folge ihre Reise-App Lambus und lieferten sich mit Carsten Maschmeyer einen echten Verhandlungskrimi. So heftig gefeilscht wurde in der Vox-Sendung noch nie. Am Ende einigten sich die Gründer mit dem 62-jährigen Unternehmer zwar vor laufenden Kameras, wie Sie im Video oben sehen können, doch nach den Dreharbeiten kam es zu keinem Deal, wie Anja Niehoff, Co-Founder und CPO der Lambus GmbH, im Interview mit t-online verrät. 

„Wir hätten das Geld schnell verbrannt, aber kaum Umsätze generieren können“ 

„Letztlich ist das Investment leider nicht zustande gekommen“, sagt die 28-Jährige, die in DHDL die Reise-App mit ihrem Kollegen Hans Knöchel zusammen vorstellte. „Der Deal wurde im Nachgang ausführlich weiterverhandelt und es lag sogar schon ein Termsheet vor. Aber als klar wurde, dass Corona uns noch länger begleitet, haben wir uns im Sommer 2020 dazu entschieden, den Deal vorerst nicht anzunehmen.“ Ihren Plan, „große Teile des Investments in die Skalierung der Plattform zu stecken“, sei aufgrund der Corona-Krise nicht umsetzbar gewesen. „Wir hätten das Geld vermutlich schnell verbrannt, aber kaum Umsätze generieren können“, so Niehoff. 

Auf die Unterstützung von Maschmeyer konnte das Team trotzdem setzen. „Wir sind nach wie vor in sehr gutem Kontakt mit Herrn Maschmeyer und seinem Investmentteam und wissen zu schätzen, dass wir so positiv verblieben sind“, erklärt die studierte Soziologin. „Herr Maschmeyer hat uns sogar hier in Osnabrück im Accelerator Seedhouse besucht. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass wir in Zukunft doch noch geschäftlich zusammenfinden.“

Was ist Lambus?

Bei der Lambus-App handelt es sich um eine Plattform, die alle Aspekte einer Reise zentral abdecken möchte. „Von der Inspiration über die Planung bis hin zur Buchung“ soll Lambus übliche Apps zu einer „All-in-One-Reiseplattform“ vereinen. „Usern werden dafür zahlreiche Funktionen geboten, die ihnen das Reisen erleichtern sollen, wie beispielsweise die Routenplanung auf einer interaktiven Karte oder die Aufteilung von Reisekosten“, versichert Niehoff. 

Die Corona-Krise hat den Gründern natürlich zu schaffen gemacht. Allerdings nutzte das Team die Zeit auch, um intensiv an der Plattform zu arbeiten. „Davon profitieren wir jetzt. Wir glauben, dass sich der Trend sinkender Inzidenzen und einer steigenden Impfquote weiterhin sehr positiv auf den Reisemarkt auswirken wird“, meint die Mitgründerin des Unternehmens. „Seit einigen Wochen merken wir wieder einen starken Anstieg an Buchungen sowie Nutzung der Plattform während der Reise. Gerade ist unsere PRO Version herausgekommen und wir werden bald einige weitere namhafte Partner bekannt geben. Wir denken, dass wir für den bevorstehenden Reiseboom bestmöglich vorbereitet sind, daher blicken wir mit großer Zuversicht in die Zukunft des Reisens.“

Carsten Maschmeyer: In der Show wollte er in die Reise-App Lambus investieren. (Quelle: TVNOW / Bernd-Michael Maurer)

Den Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ werden Knöchel und Niehoff so schnell wohl nicht vergessen. Letztere beschreibt ihn als „eine einmalige Erfahrung“, sie sei „ziemlich aufgeregt“ gewesen. Angemerkt hat man es den beiden allerdings kaum. Mutig und selbstbewusst verteidigten die zwei gebürtigen Meppener ihr Unternehmen, das sie auf 3 Millionen Euro datierten. Von ihrem möglichen Investor wollten sie 500.000 Euro für 15 Prozent Firmenanteile, ihr Wunschlöwe war Carsten Maschmeyer.   

„Uns war bewusst, dass wir hoch pokern“ 

Der 62-Jährige hatte durchaus Interesse an dem Produkt, wollte aber nur 250.000 Euro für 25 Prozent geben. Knöchel und Niehoff war das nach reiflicher Überlegung zu wenig Geld für zu viele Firmenanteile. Sie lehnten das Angebot ab und handelten Maschmeyer runter, auch ein zweites Angebot des Investors verhandelten sie nach, sodass man sich am Ende auf 18 Prozent Firmenanteile für 250.000 Euro einigte.

„Uns war bewusst, dass wir hoch pokern. Aber wir wussten auch, was wir wert sind“, erklärt Niehoff. „Eigentlich hatten wir den Löwen sogar schon einen Bonus eingeräumt. Außerdem haben wir im Vorfeld natürlich verschiedene Szenarien durchgespielt und für uns festgelegt, wo unsere Grenzen sind. Ich glaube, die Versuchung für die Gründer in der Show ist groß, sich auf einen Vorschlag der Löwen einzulassen“, vermutet sie. „Man hat so viel Zeit und Energie investiert und möchte natürlich mit einem Deal nach Hause gehen. Wir hatten hier das große Glück, mit einem Trumpf in der Hinterhand in die Sendung zu gehen: Wir hatten kurz zuvor auch ein Angebot von einem anderen Investor bekommen, das hat auf jeden Fall geholfen.“ 



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