Berlin (dpa) – Musiker Frank Zappa (1940-1993) gehört zu den großen Provokateuren und Exzentrikern des Rock’n’Roll. Obwohl er außer dem Klassiker „Bobby Brown“ von 1980 nie eine echte Hitsingle hatte, war der Amerikaner vermutlich einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts.

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Das Poster, das Zappa mit heruntergelassenen Hosen auf dem Klo zeigt, gehört seit den 70er Jahren zur Popkultur. Der deutsche Dokumentarfilm „Eat that question – Frank Zappa in his own words“ von Thorsten Schütte setzt dem Genie mit dem auffälligen Bart ein Denkmal. 3sat zeigt die Produktion am Samstag um 21.50 Uhr.

Schütte stellt Zappa anhand seiner eigenen Äußerungen vor, er hat dafür Unmengen von seltenem Material zusammengestellt. Da tritt Zappa, der als Autodidakt seine ersten Schritte zum Drummer mit Kochtöpfen absolvierte, etwa als junger Mann in einer Fernsehshow auf. Zwar ist der spätere Zottel hier noch brav gekleidet und frisch frisiert. Als er aber mit Drumsticks ein Fahrrad als Trommel benutzt, zeigt er schon, wieviel Dadaismus er später noch zu verbreiten hat. Und sein verschmitzter Blick ist schon damals sein Markenzeichen.

Der Name seiner Gruppe, „The Mothers of Invention“, war Programm: Zappa war ein Mensch, der nach vorne schaute. Ein Künstler, der Musikrichtungen vereinigte, die gegensätzlicher nicht hätten sein können. Fans, die nur seine ersten Alben mochten, ließ er in einem Interview gern einmal seine Verachtung spüren. Diese Leute würden ihn doch nur aus dem „Rolling Stone“-Magazin kennen und verkennen, dass er nach eineinhalb Bühnen-Jahrzehnten nun etwas ganz anderes mache.

Andere Menschen arbeiteten eben als Elektroniker oder Schreiner, erzählt er einem Reporter resigniert. Er habe nun mal das Pech, dass er nichts lieber als Musik machen wolle. „Und dann musst du unter den Bedingungen arbeiten, die dein Umfeld dir auferlegt. Sie machen es dir nicht unbedingt einfach, als Musiker frei zu sein. Gerade in den USA.“ Musiker würden dort oft wie „der Abschaum der Erde“ behandelt.

In der amerikanischen Populärkultur wurde Frank Zappa Ende der 70er Jahre durch seine beiden Hits „Bobby Brown“ und „Dancing Fool“ bekannt. Sie blieben jedoch die Ausnahme. Auch wenn der hervorragende Gitarrist Zappa mehrere von den Kritikern gelobte Rock- und Jazzrock-Alben veröffentlichte, so haftete ihm zeitlebens das Image des antiautoritären Provokateurs und Bürgerschrecks an.

In seinen letzten Lebensjahren entwickelte sich Zappa zunehmend zum ernsthaften Komponisten moderner Klassik. Künstlerisch und vertraglich unabhängig entwickelte er mit elektronischen Instrumenten eine ganz eigene Klangwelt. Sein letztes Werk, die Suite „The Yellow Shark“, spielte Zappa mit dem renommierten Ensemble Modern ein.

„Viele Jahrzehnte lang war er die gleichermaßen brillante wie kompromisslose Kritiker-Stimme der Musikbranche. Er verband beißenden Humor mit politischem Scharfblick“, fasst 3sat Zappas Haltung zusammen. „Hinter seiner manchmal grenzwertigen Menschenverachtung verbargen sich große Hochachtung vor den kulturellen Errungenschaften menschlicher Zivilisation und der unerschütterliche Glauben an die Ideale von Meinungsfreiheit und Demokratie. In Wirklichkeit war Frank Zappa nicht nur das „Enfant terrible“, als das man ihn sehen wollte, sondern ein sanftmütiger und besonnener Geist.“ Ein Revolutionär.

Thorsten Schüttes Doku aus dem Jahr 2016 zeigt viel Bildmaterial von Zappas Auftritten, das lange in den Archiven in Vergessenheit geraten war. Der Film lief beim renommierten Sundance Film Festival.



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