Cosma Shiva Hagen lebt seit ein paar Monaten in einem Tiny House. Im Interview verrät sie, weshalb sie sich für den kleineren Wohnraum entschieden hat und wie sie Nachhaltigkeit in ihren Alltag integriert.

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein werden für viele Deutsche immer wichtiger – so auch für Cosma Shiva Hagen (40). Die Schauspielerin setzt seit Jahren auf eine bewusstere Lebensweise und zog im Corona-Lockdown sogar in ein nachhaltiges Tiny House. Im Interview spricht die Tochter von Nina Hagen (66) über das Leben auf kleinem Raum, und darüber wie sie Nachhaltigkeit in ihren Alltag integriert.

„Ein Kreislauf, der repariert und zurückgibt“

Das Thema Nachhaltigkeit bedeutet für Hagen so viel wie „geben und nehmen“. „Ein Kreislauf, der repariert und zurückgibt, statt zu zerstören und auszubeuten“, sagt die 40-Jährige im Interview. Privat versucht sie mit verschiedenen Angewohnheiten nachhaltiger und bewusster zu leben: „Ich schmeiße zum Beispiel überhaupt kein Essen weg. Bei mir entscheidet der Kühlschrank, was heute gegessen oder verwertet werden muss.“ In den kalten Wintermonaten würde sie den Kühlschrank sogar ganz abstellen und ihre Lebensmittel in einer Box vor der Haustüre kühlen.

Nachhaltigkeit sei generell eine Art Gewohnheitssache: „Da wir Gewohnheitstiere sind, muss man sich selbst erst einmal umerziehen und umgewöhnen. Meistens fühle sie sich nicht durch ihren nachhaltigen Lebensstil eingeschränkt, das hänge aber auch von der Tagesverfassung ab: „Menschen funktionieren nicht jeden Tag gleich – an manchen Tagen hat man schlicht und einfach so viele persönlichen Sorgen, dass man nicht an alles denken kann.“

Neuer Lebensabschnitt im Tiny House

Seit ein paar Monaten wohnt Hagen in einem Tiny House mit 47 Quadratmetern Wohnfläche. Der Umzug in das Minihaus war eine bewusste Entscheidung, auch wenn diese Umstellung sie vor neue Herausforderungen gestellt hat: „Als ich in den Vorbereitungen für den Umzug war, habe ich gefühlt schon 90 Prozent meiner Sachen verkauft, verschenkt und weggeschmissen. Als ich dann allerdings in meinem neuen Zuhause ankam, habe ich gemerkt, dass das noch lange nicht ausreicht.“ Von den restlichen 10% Ihres Hab und Guts habe sie dann nochmal die Hälfte ausmisten müssen, so Hagen.

Die gebürtige US-Amerikanerin sieht aber auch einen großen Vorteil in ihrem Umzug. „Je weniger Platz, desto weniger unnötiger Ballast und je weniger unnötiger Ballast, desto leichter das Gepäck“, erklärt die ehemalige Gastronomin. Viele Gegenstände zu besitzen, würde viel „Zeit und Nerven“ kosten, wenn man diese irgendwann einmal ausmisten müsse.

Das liebt sie an ihrer Heimat Hamburg

Nachhaltigkeit nimmt auch in ihrer Heimatstadt Hamburg einen immer größeren Stellenwert ein. So schaffte es die Alstermetropole sich im aktuellen Eon-Ranking „Grüne Energiemeister“ mit einer überdurchschnittlich hohen Ökostromquote und einem besonders dichten E-Auto-Ladenetz als grünste Region Deutschlands vor allen anderen Bundesländern zu platzieren. Dass die Stadt „grüner“ wird, ist auch Hagen bereits aufgefallen: „Überall in der Stadt werden zurzeit neue Ladestationen installiert und auch in meinem Hamburger Freundeskreis nutzen die meisten schon lange Ökostrom – ich übrigens auch.“

Ob Hagen nun endgültig angekommen ist, weiß sie allerdings selbst nicht: „In Altona fühle ich mich zuhause. Ich mag die Ecken und Kanten, die diese Stadt zu bieten hat, sowie die bedingungslosen Gegensätze, die hier aufeinandertreffen.“ Aber am liebsten würde die Aktrice irgendwann einen kleinen Laden an der französischen Atlantikküste eröffnen. Das Inventar ihrer Bar habe sie aus diesem Grund auch noch nicht entsorgt: „Mal sehen, was sich daraus ergibt.“



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