Für Familien ist eine Alltagsroutine meist unverzichtbar. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass viele Eltern damit im Urlaub brechen.

„Aber im Urlaub durfte ich das doch auch!“ – „Ja, aber dafür war das auch Urlaub.“ Eine solche Unterhaltung mit den Sprösslingen dürften viele Eltern kennen. Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag des Ferienwohnungsanbieters FeWo-direkt geht den Unterschieden, was Kinder im Urlaub und was zu Hause dürfen, auf den Grund. Sie zeigt: Die heimische Routine soll im Urlaub ganz bewusst eine kleinere Rolle spielen.

Im Urlaub erlauben Eltern mehr – auch sich selbst

Während eine überwältigende Mehrheit der 1.200 befragten Eltern angibt, dass im Familienalltag eine feste Routine „sehr wichtig“ (35 Prozent) oder zumindest „wichtig“ (55 Prozent) sei, stehen diesen zusammen 90 Prozent im Urlaub nur 34 Prozent (7 Prozent „sehr wichtig“; 27 Prozent „wichtig“) gegenüber. Dagegen sind 63 Prozent der Meinung, dass Routine im Urlaub „weniger wichtig“ (46 Prozent) beziehungsweise „überhaupt nicht wichtig“ (17 Prozent) sei.

Diplom-Psychologe Michael Thiel erklärt das Laisser-faire der Eltern so: „Im Urlaub sind Eltern selbst weniger gestresst. Der Ärger auf der Arbeit fällt weg, der Zeitdruck im Alltag ist geringer und sie können sich auch mal um sich selbst kümmern. Diese Entspannung wirkt sich auf den Umgang mit den Kindern aus. Regeln müssen nicht mehr so streng eingehalten werden, weil am nächsten Tag keine Konsequenzen zu befürchten sind.“

Mehr Süßes und später ins Bett

Der Urlaubstrend zu weniger Kontrolle spiegelt sich in der Folge der Umfrage in mehreren der abgefragten Kategorien wider: 94 Prozent der Kinder dürfen im Urlaub länger aufbleiben; das Erlauben einer täglichen Portion Eis steigt von zu Hause 12 Prozent auf 32 Prozent im Urlaub; und 59 Prozent der Eltern haben sich für den nächsten Urlaub vorgenommen, ihre Kinder die Urlaubsaktivitäten bestimmen zu lassen. Rund die Hälfte der Befragten (52 Prozent) gibt außerdem an, auch sich selbst im Urlaub mehr zu gestatten.

„Es fördert das Selbstbewusstsein, wenn Kinder ab und zu mitentscheiden dürfen, was am Tag unternommen werden soll“, sagt deshalb auch Michael Thiel und warnt vor einem zu starren Korsett: „Zu viel Alltagstrott blockiert die geistige Entwicklung – von Kindern und Erwachsenen.“

Wieder zu Hause anzukommen, dauert ein paar Tage

Wieder zu Hause angekommen, dauert es bei den Befragten unterschiedlich lange, bis sich die angestrebte Routine wieder einstellt: Zwar geben 13 Prozent der Befragten an, dass sie dafür null Tage benötigen, aber fast drei Viertel (74 Prozent) der Familien brauchen eine Umgewöhnungszeit von ein bis zwei (55 Prozent) oder drei bis fünf (19 Prozent) Tagen, bis sie in die „gewohnte Routine“ zurückgekehrt sind.

Familienpsychologe Thiel empfiehlt deshalb, den Urlaub schon etwas vor der Heimreise langsam ausklingen zu lassen: „Die Kinder etwas früher ins Bett bringen, wieder eine gemeinsame Frühstücksroutine einführen – das lenkt alles ganz allmählich in Richtung Alltag.“



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