Das ZDF hat ein neues Oberhaupt. Am heutigen Freitag wählte der Fernsehrat des Zweiten Deutschen Fernsehens, wer in die Fußstapfen des scheidenden Intendanten Thomas Bellut treten wird. Das dauerte seine Zeit.

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Neben der Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin, Tina Hassel, stellte sich ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler zur Wahl als Nachfolger von ZDF-Intendant Thomas Bellut. Am Freitagvormittag fand die Abstimmung in Mainz statt. Nach Reden von beiden Bewerbern, in denen sie ihre Pläne vorstellten, wurde gewählt. Das ganze Prozedere zog sich ziemlich in die Länge. Nach zwei Wahlgängen hatte man noch kein Ergebnis, nach einer kurzen Pause dann verkündete Tina Hassel ihren Rückzug als Kandidatin. Nach drei Wahlgängen steht damit Norbert Himmler als Nachfolger fest. Er erhielt 57 von 60 Stimmen, zwei Personen enthielten sich, eine stimmte mit Nein.

In der ersten Wahlrunde gingen 24 Stimmen an Tina Hassel, und 34 Stimmen an Norbert Himmler, außerdem gab es zwei Enthaltungen. Für einen Wahlsieg ist allerdings eine Mehrheit von drei Fünfteln im Fernsehrat des öffentlich-rechtlichen Senders nötig. Das entspricht mindestens 36 von 60 Mitgliedern. Nach einer halben Stunde Pause musste also neu gewählt werden. Um 12.20 Uhr stand dann fest: 28 Stimmen für Tina Hassel, 32 Stimmen für Norbert Himmler. Damit gab es auch im zweiten Wahlgang keine Mehrheit. 

Tina Hassel: Sie hat ihre Kandidatur als Intendantin des ZDF zurückgezogen. (Quelle: IMAGO / Metodi Popow)

„Ich reite sehr erhobenen Hauptes hier vom Hofe“

Nach wiederum einer halbstündigen Pause kündigte Hassel laut „DWDL“ an: „Ich möchte im Sinne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und eines starken ZDF, dass aus einer kleinen Mehrheit eine große Mehrheit wird – dass sie alle für Herrn Dr. Himmler stimmen werden.“ Und weiter: „Eine Wahl mit echten Alternativen ist die Krone der Demokratie. Ich reite sehr erhobenen Hauptes hier vom Hofe.“ Mit Blick auf Himmler sagte sie: „Wir wollen beide dasselbe.“ Nach dieser Verkündung wurde für Hassel applaudiert. Nach einer weiteren kurzen Pause stand Himmler dann als neuer Chef fest.

„Ich brenne für dieses Haus“

Er hatte in seiner Rede vor der Wahl einen höheren Frauenanteil und eine allgemein größere Vielfalt im Programm versprochen, die sichtbar sein soll, denn er möchte „ein ZDF für alle“. Himmler hatte erklärt: „Das ZDF hat die Corona-Krise erstaunlich gut bewältigt. Wir waren schnell, wir waren sogar unbürokratisch und kreativ“, doch durch die Pandemie sei auch „deutlich vor Augen geführt [worden], wo wir noch Nachholbedarf haben“.

Nun sei schnelles Handeln angesagt. Ein ZDF unter seiner Führung solle ein „modernes Medienunternehmen“ sein. Abschließend hatte der 50-Jährige klargestellt: „Ich brenne für dieses Haus und seinen Auftrag“. Er würde es, wenn nötig, auch verteidigen und wolle es definitiv modernisieren.

Bellut scheidet zum 15. März 2022 aus. Er seht seit März 2012 an der ZDF-Spitze. Im März 2021 kündigte er an, sich nicht um eine dritte Amtszeit zu bewerben. Der Intendant oder die Intendantin wird vom Fernsehrat für die Dauer von fünf Jahren gewählt.



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